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Laufen

Die Geschichte des Laufens lässt sich bis in die Anfänge der Menschheitsgeschichte zurückverfolgen. Das Laufen als Freizeitsport zur Verbesserung der Fitness entstand allerdings erst im 20. Jahrhundert und mit der Zeit wurden noch weitere Disziplinen, wie z.B. der Orientierungslauf, entwickelt. Der Reiz des Laufens stellt für viele die einfache Form der Ausübung dar, ohne dass große Voraussetzungen mitgebracht werden müssen, weshalb sich der Laufsport auch einer weiten Verbreitung erfreut. Die Ansprüche an den Naturraum sind individuell unterschiedlich, einige legen großen Wert auf eine landschaftlich attraktive Strecke, andere stellen den Trainingseffekt in den Vordergrund und sehen die Strecke als eher nebensächlich an. Die Auswirkungen des Laufsports auf die Natur sind generell sehr gering. Belastungen tauchen hauptsächlich durch Fehlverhalten und gegebenenfalls bei Großveranstaltungen auf.
Der Laufsport beruht wie das Wandern auf der Fortbewegung zu Fuß. Laufen kann in der Freizeit oder als vereinsgebundener Leistungs- und Breitensport ausgeübt werden. Ähnlich wie beim Wandern überwinden einzelne Personen oder Gruppen längere Strecken. Die Laufart, wie z.B. die Geschwindigkeit sowie die Beschaffenheit (flach oder mit Steigungen) und die Länge der Strecke kann der Läufer je nach Leistungsgrad selbst bestimmen.




 

© Thorsten Wiehle

Ansprüche an den Naturraum

Das Erleben der Natur während des Laufens ist individuell unterschiedlich. Einige Läufer nehmen ihre Umgebung bewusst war und legen ihre Strecken durch besonders ansprechende Landschaftsabschnitte, andere Läufer konzentrieren sich mehr auf die Lauftechnik und Geschwindigkeit und versuchen einen bestmöglichen Trainingseffekt zu erzielen, für sie ist die Strecke eher Kulisse. Während der Jogger relativ ebenen Untergrund ohne große Hindernisse bevorzugt, suchen Cross- oder Orientierungsläufer eher Strecken mit abwechslungsreichem Untergrund.



Joggen

Laufen als Freizeit- oder Gesundheitssport hat sich in den letzten Jahrzehnten zu einem Massenphänomen entwickelt, dem Industrie und Medien durch neue Produkte und Werbeträger Rechnung getragen haben. Aus den USA kommend breitete sich das Joggen als sportliche Freizeitbeschäftigung in Europa aus und führte zu den heutigen Massenveranstaltungen, an denen regelmäßig Tausende Läufer, von denen die wenigsten in Vereinen organisiert sind, teilnehmen. Wesentliche Gründe für die Verbreitung des Joggens sind die einfache Sportausübung, der relativ geringe Materialeinsatz, die nahezu völlige Ungebundenheit an bestimmte Zeiten, Anlagen oder Gebiete sowie die Tatsache, dass nahezu in jedem Alter und auch mit geringen konditionellen Fähigkeiten gelaufen werden kann.
Trotz der in Fitnessstudios zu findenden Laufbänder sind die meisten Jogger eher an der Sportausübung im Freien interessiert. Auch aus gesundheitlichen Aspekten wird ein Waldweg geteertem Untergrund vorgezogen. Die Strecke, die ein Läufer beim Joggen zurücklegt, ist individuell bestimmt.
Viele Jogger nehmen mit zunehmendem Trainingsstand aber auch an organisierten Volksläufen teil, die i.d.R. über 5 km, 10 km (die am häufigsten gelaufene Strecke), und die Halbmarathon-Distanz bis zur 42,195 km langen Marathon-Strecke und bei "Ultraläufen" sogar noch mehr betragen (bis 100 km). Marathonstrecken werden in wesentlich größeren Zeitabständen gelaufen als kürzere Läufe, Trainingseinheiten können hingegen täglich durchgeführt werden.




 

© Michael Pütsch

Crosslauf

Im Gegensatz zum Joggen wird beim Crosslauf in freier Natur auf unebenen Wegen oder querfeldein gelaufen. Die Bewältigung der Natur mit ihren variabeln Geländestrukturen und die für viele dadurch intensivere Naturerfahrung stellen die Motivation für das Crosslaufen dar. Allerdings sollte hierbei beachtet werden, dass keine Gebiete durchlaufen werden, die nicht Betreten werden dürfen.
Die Unterschiede zwischen Strecken- und Crosslaufen lassen sich tendenziell mit denen zwischen "Fahrradfahren" und Mountainbiking vergleichen.



Orientierungslaufen

...oder kurz OL, ist eine Natursportart, welche draußen in der Natur stattfindet. Der OL-Wettkampf besteht im Wesentlichen darin, im Gelände markierte Posten in einer vorgegebenen Reihenfolge anhand einer Orientierungslauf-Spezialkarte, der OL Karte, auf schnellstem Weg anzulaufen. Die Routenwahl zwischen den Posten ist in der Regel völlig frei, auffällige Sperrgebiete sind auf der Karte markiert. Das Geschick eines guten Orientierungsläufers besteht darin, seine Routenentscheide optimal auf seine physischen Voraussetzungen abzustimmen. Das Lauftempo muss er ständig der erforderlichen Kartenarbeit anpassen, um zwar immer möglichst schnell aber nicht plötzlich falsch zu laufen. Die "Sportarena" des OL ist der Wald, das Gelände, die Natur. Es liegt daher im ureigenen Interesse der OL-Läufer, diese in ihrer Vielfalt zu erhalten, zu schonen und zu schützen.
Interessantes OL-Gelände ist zum Beispiel abwechslungsreicher, naturnaher Wald mit geringer Erschliessung. Oft sind solche Gelände aber auch naturschützerisch von grossem Interesse. Die Benutzung und die Zugänglichkeit des Waldes für Orientierungsläufe ist daher nicht unumstritten und kann an gewissen Orten zu Konflikten mit dem Wild- und Forstschutz oder mit anderen Waldbenutzern führen, zumal die Sportart ja auch abseits von Wegen stattfindet. Anders als andere Aktivitäten im freien Wald werden OL-Aktivitäten aber immer in organisierter Form durchgeführt. Sie sind somit plan- und lenkbar.



Auswirkungen auf die Natur

Die Auswirkungen des Laufens auf den Naturraum sind sehr gering. Beunruhigung bzw. Störungen von Tierarten durch Jogger werden am ehesten durch falsches oder verbotenes Verhalten verursacht, wie z.B. das Beunruhigen scheuer Tiere durch das Mitführen von Hunden ohne Leine, wildes Parken und das Verschmutzen der Landschaft durch weggeworfene Verpackungen. Weitere Beispiele siehe Wandern oder Fahrradfahren.
Beim Cross- und Orientierungslauf sind die Einwirkungen auf die Umwelt höher als beim Joggen, da hauptsächlich querfeldein gelaufen wird. Bei der Planung des Streckenverlaufes durch geschützte Gebiete müssen das Wegegebot geachtet und ggf. Genehmigungen eingeholt werden. Auch sollte allen Teilnehmern klar vermittelt werden, dass die ausschließliche Benutzung der Wege vorgeschrieben ist. Hierdurch kann die Beunruhigung oder Störung bzw. Beschädigung von bedrohten Tier- und Pflanzenarten minimiert werden.
Bei Veranstaltungen, wie z.B. Orientierungs- oder Crossläufen, deren Strecken bis zu 90% abseits von Wegen liegen, sollte unbedingt auf folgende Rahmenbedingungen geachtet werden: Möglichst keine geschützten Gebiete durchqueren, vorher über den Schutzstatus informieren. Wenn in geschützten Gebieten gelaufen wird, dann nur auf den Wegen (Wegegebot in Naturschutzgebieten beachten!). Teilnehmerzahl den Strecken und Wegen anpassen. Veranstalter müssen den Lauf bei den zuständigen Behörden anmelden und genehmigen lassen.




 

© Thorsten Wiehle

Quelle:http://www.natursportinfo.de