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 | Biospärenreservat Rhön |
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Die Rhön ist eine Mittelgebirgsregion im Herzen Deutschlands. Sie liegt im Dreiländereck von Bayern, Hessen und Thüringen. Ihre höchste Erhebung ist die Wasserkuppe mit 950 Meter über NN. Das Gesamtgebiet des Lebensraums Rhön umfaßt 185.000 ha; davon entfallen auf Bayern 73.000 ha, auf Hessen 63.500 ha und auf Thüringen 48.500 ha. In der Rhön leben derzeit etwa 134.000 Einwohner, von denen 46.000 im bayerischen, 48.000 im hessischen und 40.000 im thüringischen Teil wohnen. 41 % der Fläche bestehen aus Wald, 30 % werden als Grünland, 22 % als Ackerland und 7 % als Siedlungs-, Verkehrs- und sonstigen Flächen genutzt. Die Rhön weist sehr unterschiedliche Landschaftsbilder auf. So wechseln sich reich gegliederte Mittelgebirgslandschaften und Hochplateauflächen auf Basaltmassiven im Süden mit den Vulkankegeln der nördlichen Kuppenrhön ab. Von Natur aus würde die Rhön fast ausschließlich aus Buchenwäldern und Buchenmischwäldern, die von zahlreichen Bergbächen und einzelnen Mooren unterbrochen werden, bestehen. Die Menschen nutzten diese Buchenwälder schon seit über tausend Jahren zur Herstellung von Holzkohle, um damit Eisen zu verhütten und Glas zu schmelzen. Deshalb ist die Rhön schon seit langer Zeit nur sehr gering bewaldet. Große, offene Grünlandflächen prägen die Hochlagen der Rhön. Aus diesem Grunde wird die Region als das "Land der offenen Fernen" bezeichnet.
Die Rhön ist kein einheitlicher Kulturraum. Franken, Thüringer und Sachsen besiedelten das Land von den Tallagen aus. Die zentrale Hochrhön ist kaum besiedelt. Es gibt in den Hochlagen nur im Thüringer Teil wenige Ortschaften. Nach dem zweiten Weltkrieg wurden Bayern und Hessen der amerikanischen, Thüringen der sowjetischen Besatzungszone zugeordnet. Der "Eiserne Vorhang" trennte Ost und West mitten durch die Rhön bis Ende 1989. Unterschiedliche Verhältnisse sind die zwangsläufige Folge dieser politischen Situation. Kleinstlandwirtschaft in Bayern infolge fränkischen Realteilungsrechts steht großflächiger Landnutzung in Thüringen als Nachfolgenutzung ehemaliger landwirtschaftlicher Produktionsgenossenschaften gegenüber. Durch die vierzigjährige Trennung des Landes wurden gewachsene Strukturen zerschnitten, verwandtschaftliche Bande zerstört, infrastrukturelle Entwicklungen verhindert. Diese peripheren Grenzräume aller drei Länder konnten nicht mit der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung der Verdichtungsräume mithalten. Land- und Forstwirtschaft mit ihren traditionellen Verarbeitungsstufen behielten eine überdurchschnittliche Bedeutung. Andererseits konnten sich großräumig sensible Pflanzen- und Tiergemeinschaften erhalten und zum Teil neu ansiedeln, weil im Schatten der Zonengrenze große Landstriche von der Bevölkerung nicht betreten werden durften und nicht durch Verkehrswege zerschnitten wurden. Wegen dieser außergewöhnlichen Gegebenheiten wurde die Rhön im Jahre 1991 von der Weltkulturorganisation UNESCO in das weltweite Netz der etwa 550 Biosphärenreservate aufgenommen. Rahmensetzendes Ziel ist der Gedanke der Nachhaltigkeit, der im Programm MaB (Man and the Biosphere) in jedem Biosphärenreservat nach den jeweilig speziellen Voraussetzungen umgesetzt werden soll. Die drei beteiligten Länder führten in den zurückliegenden Jahren jeweils eigenständige Regionalentwicklungs-Projekte durch. Dabei wurden in den drei Ländern sehr unterschiedliche Wege zum gemeinsamen Ziel gegangen.
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© Archiv Biosphärenreservat Rhön
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Naturthema des Tages Flussperlmuschel im ehemaligen Dreiländereck
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