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 | Europäisches Grünes Band |
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Das Europäische Grüne Band konnte sich durch die historische Situation entlang des gesamten ehemaligen Eisernen Vorhangs weitgehend ungestört entwickeln. Auf einer Strecke von gut 12.500 Kilometern durchzieht es ganz Europa von der Barentssee im Norden bis zur Adria und zum Schwarzen Meer im Süden. Aufgrund der Nutzungsruhe und Abgeschiedenheit über Jahrzehnte konnte sich ein zusammenhängendes Band von zum Teil wertvollen Biotopen entfalten. Nach verschiedenen Vorläuferinitiativen in Fennoskandien, auf dem Balkan und in Deutschland hat das Bundesamt für Naturschutz (BfN) bereits 2003 begonnen, gemeinsam mit der Weltnaturschutzorganisation IUCN einen Prozess der grenzübergreifenden Kooperation entlang des gesamten Europäischen Grünen Bands in Gang zu setzen: Die Initiative für das Europäische Grüne Band (European Green Belt). Hauptziele dieser Initiative sind die Steigerung des Bekanntheitsgrades des European Green Belt als zentrale Voraussetzung für die Wertschätzung und den Schutz, die Initiierung konkreter Schutz- und Entwicklungsprojekte, die Anregung einer umfangreichen Öffentlichkeitsarbeit, die Förderung der Regionalentwicklung und schließlich die Verbesserung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit. Nicht zuletzt kann das Europäische Grüne Band einen wichtigen Beitrag zum Schutzgebietssystem Natura 2000 und für den Aufbau eines pan-europäischen Biotopverbunds leisten. Die wichtigste Grundlage der Green-Belt-Initiative bildet die internationale Zusammenarbeit. Hierzu werden regelmäßig gemeinsame Tagungen und Arbeitstreffen durchgeführt sowie grenzüberschreitende Naturschutzprojekte angestoßen und umgesetzt. Das Rückgrat der Aktivitäten bildet eine internationale Arbeitsgruppe, bestehen aus Vertretern der Anliegerstaaten, den Koordinatoren für die drei Regionen (Fennoskandien und Baltische Staaten, Zentraleuropa, Südosteuropa) und dem Europabüro der IUCN. Über diese Arbeitsgruppe werden eine Vielzahl von Behörden, Naturschutzverbänden und Forschungseinrichtungen eingebunden, Projekte angestoßen und Finanzierungsquellen erschlossen. Dadurch bietet sich die Chance, die Zusammenarbeit zwischen den bisherigen Mitgliedsstaaten der EU, den Beitrittsstaaten und ihren östlichen Nachbarn in Fragen des Naturschutzes zu intensivieren. Hierdurch soll zugleich ein Beitrag für die Überwindung der ehemaligen Teilung Europas und für ein künftiges friedliches Zusammenleben in einem vereinten Europa geleistet werden. Das erste reguläre Treffen der Green Belt Arbeitsgruppe fand – gefördert durch das BfN – im Jahre 2004 in Ungarn statt. Eine umfangreiche Übersicht über die verschiedenen Abschnitte des Green Belt und die Ergebnisse wurde zwischenzeitlich gemeinsam mit der IUCN in einem Buch veröffentlicht („The Green Belt of Europe – From Vision to Reality“). Seit 2005 wird durch das European Green Belt Sekretariat der IUCN ein regelmäßiger Newsletter herausgegeben, in dem ausführlich über das Grüne Band und die Aktivitäten und Neuigkeiten berichtet wird. Dort findet sich auch eine Übersicht der Ansprechpartner (National Focal Points) in den einzelnen Ländern. Diese Newsletter können auch von der Internetseite für den Green Belt bei der IUCN heruntergeladen werden.
Landschaften am Europäischen Grünen Band Das Europäische Grüne Band stellt einen Querschnitt durch fast alle europäischen Landschaften dar. Hoch im Norden umfasst es die Tundra und die borealen Wälder mit einer Vielzahl von Gewässerlebensräumen. Dann verläuft es entlang der Ostseeküste. Hier finden sich noch ausgedehnte, weitgehend naturbelassene Strände und andere wertvolle Küstenlebensräume. Weiter zieht es sich durch Zentraleuropa. Hier dominieren Kulturlandschaften, Gewässer und waldreiche Mittelgebirge. Weiter südlich führt es durch die östlichen Alpen und erreicht in seiner südlichen Verzweigung die Adriaküste. Das Südosteuropäische Grüne Band wird geprägt durch ursprüngliche Flusssysteme, traditionelle Kulturlandschaften und vielfältige Gebirge. Die Spanne reicht dabei von Mittelgebirgen mit einem reichhaltigen Mosaik aus Wiesen, Bächen und Wäldern bis hin zu einsamen schroffen Hochgebirgen. Schließlich endet das Europäische Grüne Band an der Küste des Schwarzen Meeres. Dieses Band bildet insgesamt eine Verbundachse von europäischer Bedeutung und bietet Lebensraum und Ausbreitungsmöglichkeit für eine große Zahl teilweise hochgradig gefährdeter Tier- und Pflanzenarten. Es ist aber auch ein Querschnitt durch die verschiedenen Kulturkreise und die Vielfalt der Völker Europas, die diese Vielgestaltigkeit über Jahrhunderte geprägt haben. Die Attraktivität dieser Landschaften ist zudem eine Voraussetzung dafür, dass sie sich zu attraktiven Reisezielen entwickeln können. Das Grüne Band bietet damit auch eine Chance, einen substanziellen Beitrag für eine nachhaltige Regionalentwicklung zu leisten.
Ausblick Das Bundesamt für Naturschutz wird sich auch in den kommenden Jahren aktiv für den Schutz und die weitere Entwicklung des Grünen Bandes in Deutschland und Europa engagieren. Dabei bilden neben konkreten Biotopschutzmaßnahmen vor allem auch die Förderung der Kooperation und Kommunikation mit den nationalen und internationalen Partnern sowie eine aktive Öffentlichkeitsarbeit wichtige Schwerpunkte der Arbeit.
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