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Der hohe naturschutzfachliche Wert des Grünen Bandes und seine Gefährdungssituation wurden im Rahmen eines vom BfN geförderten und vom Bund Naturschutz Bayern e.V. (BN Bayern) durchgeführten Erprobungs- und Entwicklungsvorhabens „Bestandsaufnahme Grünes Band“ belegt.
In einem Leitfaden für die Naturschutzpraxis am Grünen Band wurde durch konkrete Handlungsempfehlungen eine Grundlage für Umsetzungsprojekte geschaffen.
Verschiedene laufende und schon abgeschlossene, vom BfN geförderte Naturschutzgroßprojekte liegen im Bereich des Grünen Bandes (z.B. Schaalsee-Landschaft, Lenzener Elbtalaue, Niedersächsischer und Sachsen-Anhaltinischer Drömling). Weitere Naturschutzgroßprojekte am Grünen Band befinden sich in Planung (Eichsfeld, Rodachtal-Lange Berge-Steinachtal).
In einer laufenden Erprobungs- und Entwicklungsvorstudie „Erlebnis Grünes Band“ soll die nachhaltige Regionalentwicklung im Bereich des Grünen Bandes zum Nutzen von Natur und Mensch vorangetrieben werden. Zu diesem Zweck soll ein touristisches Leitbild entwickelt werden, dass dann nach Möglichkeit im Rahmen eines Hauptvorhabens in ausgewählten Modellregionen umgesetzt werden soll.
Auf internationaler Ebene hat das BfN in 2003 und 2004 bereits zwei große Tagungen zum Europäischen Grünen Band durchgeführt bzw. finanziert, die den Anstoß für die Initiative zum Europäischen Grünen Band gegeben und die Grundlagen für seine Umsetzung geschaffen haben. Das BfN finanziert weitere regionale Arbeitstreffen zur Umsetzung des Europäischen Grünen Bandes, die in verschiedenen Abschnitten in Kooperation mit regional verantwortlichen Partnern und dem Regionalbüro für Europa der Weltnaturschutzorganisation (IUCN ROfE) organisiert werden (Fachtagung zum zentraleuropäischen Grünen Band in 2005 mit dem BN Bayern, Arbeitstreffen im Südost-Europäischen Abschnitt des Grünen Bandes in 2005 zusammen mit der international tätigen Naturschutzstiftung Euronatur, Arbeitstreffen im fennoskandischen und baltischen Abschnitt des Grünen Bandes in 2006). Darüber hinaus werden weitere Projekte zur Umsetzung des Europäischen Grünen Bandes schon durch das BfN gefördert oder deren Durchführung angestrebt.
Das BfN wird weiter geeignete Umsetzungsprojekte im Bereich des Grünen Bandes unterstützen und hofft, dass dies auch andere Verantwortliche in Politik und Verwaltung, bei den Naturschutz- und Landschaftspflegeverbänden sowie in der Landwirtschaft und im Forst tun werden.




 

Naturschutzgroßprojekt Schaalseelandschaft




 

Biosphärenreservat Flußlandschaft Elbe




 

Drömling

Der Drömling ist Teil einer in der letzten Eiszeit entstandenen ausgedehnten Feuchtgebiets in der Weser-Allerniederung und erstreckt sich östlich von Wolfsburg bis nach Sachsen-Anhalt hinein. Im Drömling gilt es den großflächigen Niedermoorkörper und den Charakter der reizvollen naturnahen Kulturlandschaft z.B. durch Wiedervernässung und Extensivierung zu erhalten. Mit diesem Ziel wurde von 1992 bis 2003 im sachsen-anhaltinischen Teil des Drömlings ein Naturschutzgroßprojekt durchgeführt. Dem wurde 2002 ein noch laufendes weiteres Naturschutzgroßprojekt im niedersächsischen Teil des Drömlings hinzugefügt. Aufgrund des Feuchtgebietcharakters mit einheitlichem Wasserhaushalt ist hier eine grenzübergreifende Kooperation, die zunehmend in Gang kommt, von besonderer Bedeutung.




 

Nationalpark Harz

Der Nationalpark Hochharz auf dem Gebiet Sachsen Anhalts wurde schon 1990, d.h. bald nach der Wiedervereinigung gegründet. Wenige Jahre später, 1994, folgte die Gründung des angrenzenden Nationalparks Harz auf Niedersächsischem Gebiet. Die beiden Nationalparke bilden sowohl naturräumlich und somit hinsichtlich der Aufgaben zum Schutz der Natur als auch touristisch eine Einheit, die von Anfang an eine enge Kooperation erforderlich machte. Vor diesem Hintergrund wurde 2004 der Zusammenschluss der beiden Nationalparke zu einem ersten länderübergreifenden Nationalpark beschlossen, so dass es ab 1.1.2006 nur noch eine gemeinsame Nationalparkverwaltung geben wird.




 

Eichsfeld

Das Eichsfeld ist durch die ehemalige Grenze zerschnitten worden. Seitens der Menschen und der Gemeinden bestehen hier intensive Bestrebungen das Eichsfeld auf natürlicher, kultureller, wirtschaftlicher und menschlicher Ebene wieder zu einer Einheit zusammenzuführen. Im Eichsfeld liegt in der Mitte Deutschlands und zugleich in der Mitte des innerdeutschen Grünen Bandes. Aus diesem Grund wurde hier 2002 das Westöstliche Tor aufgestellt, ein Kunstwerk, das die ehemalige Teilung und das Zusammenwachsen Deutschlands symbolisiert. Seine Einweihung fand unter reger Beteiligung der Menschen aus den umliegenden Gemeinden statt. Seit etwa diesem Zeitpunkt bemühen sich die Gemeinden in der Region gemeinsam mit der dort ansässigen Sielmannstiftung um die Planung und den Anstoß eines künftigen länderübergreifenden Naturschutzgroßprojekts unter Beteiligung der Länder Thüringen, Niedersachsen und Hessen mit den Kreisen Eichsfeld, Göttingen, Werra-Meißner.




 

Biosphärenreservat Rhön

Die Rhön ist ein Naturraum, der sich über bayerisches, hessisches und thüringisches Territorium erstreckt. Um diese einmalige Kulturlandschaft mit ihrer charakteristischen Lebensraumausstattung zu sichern und hier eine nachhaltige Regionalentwicklung zu ermöglichen wurde hier das länderübergreifende Biosphärenreservat Rhön eingerichtet, das 1991 von der UNESCO anerkannt wurde. In der Folge wurde die Regionale Arbeitsgemeinschaft Rhön (ARGE Rhön) mit diversen Facharbeitskreisen gegründet, die die regionale Zusammenarbeit intensiviert hat und im Juli 2000 im Rahmen des Wettbewerbs "Regionen der Zukunft - auf dem Weg zu einer nachhaltigen Entwicklung“ mit einem ersten Platz ausgezeichnet wurde.




 

Rodachtal

Die Rodach entspringt in Thüringen und wechselt auf ihrem Weg zur Itz auf nicht einmal 40 km Strecke vier Mal zwischen Bayern und Thüringen. Dies führte im Tal der Rodach mit ihren Nebenflüssen zu engen Verbindungen zwischen den Ländern, so dass die ehemalige innerdeutsche Grenze die Menschen in Ost und West hier besonders störend trennte und die wirtschaftliche Entwicklung auf beiden Seiten hemmte. Nach der Wiedervereinigung bestand in der Region daher ein starkes Bedürfnis, die Trennung möglichst schnell zu überwinden und die nachbarschaftlichen Beziehungen in allen Bereichen wieder aufleben zu lassen. Mit diesem Ziel haben sich 2001 acht Gemeinden beiderseits der Grenze zur Initiative Rodachtal zusammengeschlossen. Die Initiative Rodachtal versteht sich als Kristallisationspunkt aller Aktivitäten, die der Erhaltung und nachhaltigen Entwicklung der natürlichen Lebensgrundlagen und der Wirtschaft ebenso wie der sozialen Entwicklung und der regionalen Identität im Rodachtal dienen.
Die Initiative Rodachtal regte auch die Einrichtung eines länderübergreifenden Projekts im Arten- und Biotopschutzprogramm an, das ABSP-Projekt „Rodachtalachse“, dass die Zusammenarbeit im Rodachtal im Bereich des Naturschutzes gewährleistet. Im Landkreis Coburg gab es mit den ABSP-Projekten „Lange Berge/Bruchschollenkuppen“ und „Thanner Grund/Steinachtal/Linder Ebene“ schon zuvor zwei weitere länderübergreifende ABSP-Projekte mit den Thüringer Landkreisen Hildburghausen und Sonneberg. Dies mündete in Bestrebungen, in dieser Region ein Naturschutzgroßprojekt zu initiieren, das die dortigen wertvollen Bereiche des Grünen Bandes und der genannten ABSP-Projekte umfassen soll und sich momentan in Planung befindet.





Naturparke in Thüringen und Franken

Naturparke Thüringer Wald, Thüringer Schiefergebirge – Obere Saale und Frankenwald
Die unmittelbar aneinander anschließenden waldreichen Gebiete der Naturparke Thüringer Wald und Thüringer Schiefergebirge – Obere Saale und Frankenwald bilden zusammen ein geschlossenes Naturparkgebiet von ca. 400.000 ha Größe. Der Erhalt der reizvollen bergigen Waldlandschaften mit teils tief eingeschnittenen Bachtälern und alten Kulturlandschaftselementen sowie eine nachhaltige Regionalentwicklung einschließlich eines sanften Tourismus stellen gemeinsame Ziele dar, die eine enge Zusammenarbeit der Naturparke sinnvoll machen. So durchläuft z.B. der Rennsteig, der wohl bekannteste und älteste Höhenwanderweg Deutschlands in Abschnitten alle drei Naturparke und kann seit 1990 wieder in ganzer Länge erwandert werden.



Wiedervereinigung und Naturschutz
Museen, Gedenkstätten und Denkmale