Tagesetappen
Naturthema des Tages
Vision
Europäisches Grünes Band
Grünes Band Deutschland
Als der Eiserne Vorhang zu reißen begann
Mödlareuth
Point Alpha
Fahrradfahren
Kanu
Klettern
Laufen
Mountainbike
Reiten
Segeln
Wandern
Bogenschießen
Skiken
Segelfliegen
Skilanglauf
Biodiversität allgemein
Biodiversität in der Stadt
Vision

Vorbemerkung

20 Jahre nach der Öffnung des Eisernen Vorhangs zwischen Ost- und Westeuropa steht ein europäisches Naturerbe ganz besonderer Art im Mittelpunkt der Öffentlichkeit: Das europäische Grüne Band – der ehemalige Grenzstreifen zwischen Ost- und Westeuropa und seine Umgebung. Dort wo sich bis vor 20 Jahren eine unüberwindbarer Grenze befand, hat sich eine faszinierende Natur mit einer bedeutenden Artenvielfalt entwickelt: Von der Todeszone zur Lebenslinie. Sie verbindet heute, was früher getrennt war.
Das europäische Grüne Band bildet eine 12.500 km lange Biotopverbundachse mit vielen Querverzweigungen und großen unberührten Naturgebieten – aufgereiht wie in einer Perlenkette. Als Folge der störungsarmen Grenzlage ist am Grünen Band ein miteinander verbundenes System von Naturflächen entstanden, das in dieser Dimension vom Eismeer bis zum Mittelmeer/Schwarzen Meer, bzw. in Deutschland von der Ostsee im Norden bis zum Fichtelgebirge/Vogtland im Süden, einzigartig ist. Für den Erhalt hat sich stark der ehrenamtliche Naturschutz eingesetzt (z.B. IUCN, Projektbüro Grünes Band des BUND, die Heinz Sielmann Stiftung).
Das Grüne Band, das heute die Menschen in Ost und West verbindet, stellt ein schützenswertes historisches Denkmal für die Überwindung der Teilung Europas dar. Es bietet vielfältige Möglichkeiten der Erholung, des Naturerlebens und der naturverträglichen Sportausübung.

Projektbeschreibung

Der Naturathlon 2009 – Natur grenzenlos findet von Mittwoch, den 19. August 2009, bis Sonntag, den 30. August 2009, statt.
24 Sportlerinnen aus den sechs Anrainerstaaten (Deutschland, Österreich, Slowakei, Slowenien, Tschechische Republik, Ungarn) des zentraleuropäischen Grünen Bandes werden mit dem Fahrrad dem Verlauf des ehemaligen Eisernen Vorhanges folgen und an bestimmten Aktionspunkten verschiedene Natursportarten ausüben.
Der Startpunkt ist Sopron. Dort, an der Grenze zwischen Österreich und Ungarn, wurde im Rahmen des „Pan European Picnic“, einer Friedensdemonstration am 19.8.1989, der Eiserne Vorhang erstmals durchbrochen. Hier fand die erste Massenflucht von DDR-Bürgern in den Westen statt. Deshalb wird der offizielle Naturathlon hier gestartet. Die Landesteams fahren dann entlang des Grünen Bandes bis zum „Point Alpha“ an der ehemaligen innerdeutschen Grenze zwischen Geisa (Thüringen) und Rasdorf (Hessen), wo sich NATO und Rote Armee im kalten Krieg gegenüber standen. Von dort geht es dann über Frankfurt und Karlsruhe nach Straßburg zum Europäischen Parlament.
Am Vorabend der Ankunft in Straßburg wird in Karlsruhe ein Naturathlon-Fest gefeiert. Es werden Ausstellungen des Bundesamtes für Naturschutz, des österreichischen Umweltbundesamtes und anderer Partner des Naturathlon gezeigt. Vor allem dient diese Veranstaltung auch als „Marktplatz“ für regionale Naturschutzorganisationen, Sponsoren sowie für lokalen Handwerker und Landwirte mit Umwelt/Naturschutzbezug. Besucherinnen und Besucher werden mit regionalen Produkten bewirtet und mit einem Bühnenprogramm unterhalten.




 

Foto Klaus Leidorf

Um eine breite Öffentlichkeit für den Schutz und den Erhalt des europäischen Grünen Bandes zu gewinnen, sind neue Wege und Instrumente der Kommunikation notwendig. Das Konzept des Naturathlon hat bereits in den Vorjahren den Blick in besonderer Weise auf wichtige Naturschutzthemen und naturgerechtes Freizeit- und Erholungsverhalten gelenkt.
Beim Naturathlon soll einerseits deutlich werden, dass es möglich ist, aus einer vormals unüberwindbaren Grenze, eine Lebenslinie für gefährdete Tier und Pflanzenarten zu entwickeln und als Teil eines europäischen ökologischen Netzwerkes zu schützen. Andererseits möchte diese Veranstaltung deutlich machen, dass Natur und Naturschutz eine wichtige Rolle beim Zusammenwachsen der Menschen in Ost und West spielen können. Der Naturathlon zeigt schließlich, dass sich im Naturschutz ökologische, wirtschaftliche und soziale Belange vereinen lassen.
Das Medienmotto „Natur grenzenlos“ bringt die Zielsetzung des Naturathlon 2009 auf den Punkt: Der Naturschutz löst Grenzen auf und vereint Menschen in Ost- und Westeuropa im gemeinsamen Bestreben zur Erhaltung und Entwicklung des europäischen Grünen Bandes. Dies geschieht zum Wohl der Natur und der Menschen vor Ort. Die ehemals trennende Grenze wird zum positiven Symbol des Zusammenwachsens von Europa.
Eine enge Zusammenarbeit sowohl mit überregionalen als auch mit lokalen Medien ist vorgesehen. Medienpartner für den Hörfunk ist der Deutschlandfunk. Für die Berichterstattung im Fernsehen (z.B. in Magazinsendungen) wurden/werden teilweise Beiträge bzw. Footagematerial über die Landschaften an der Strecke vorproduziert. Diese Filme werden allen Sendern zur Verfügung gestellt. Fernsehteams sollen die Sportlerteams begleiten. Hierdurch wird das Ereignis europaweit wahrgenommen und Interesse für die Themen Grünes Band, Naturschutz und naturverträglicher Sport geweckt. Ein Sponsorenaufruf wurde auf der Homepage des Naturathlon geschaltet.
Die vor Ort gegebenen Möglichkeiten des Naturerlebnisses und Angebote für den Natursport und Tourismus am Grünen Band werden im Internet präsentiert. Quizspiele und weitere Aktionen im Internet sollen bereits vor Beginn der Aktion auf das Ereignis aufmerksam machen.




 

Foto abis



Der Naturathlon von 2004 bis heute



Der Naturathlon ist eine seit 2004 jährlich durchgeführte Aktion des Bundesamtes für Naturschutz (BfN), die sportlich interessierte Menschen für Naturschutzthemen gewinnen will. Er soll Menschen motivieren, beim Natursport ihrer Verantwortung im Umgang mit der Natur und seiner biologischen Vielfalt gerecht zu werden. Dabei soll er Interesse wecken und spannende Informationen vermitteln.
Normalerweise bewältigen ausgewählte Sportlerinnen und Sportler während der Aktion in mehreren Teams eine bestimmte Strecke als natursportliche Herausforderung, wobei sie auch ihr ökologisches Wissen bei unterschiedlichen Aufgaben unter Beweis stellen müssen. Die Naturathleten sollen beispielhaft zeigen, wie Natursport durch die Beachtung einfacher Regeln naturverträglich ausgeübt werden kann. Dabei steht jedes Jahr ein anderer Themenschwerpunkt im Vordergrund. Bisher waren die Themen: Natursport in Großschutzgebieten wie National- und Naturparks, das deutsche Grüne Band als Biotopverbundsystem, die Flussgebietssysteme in Deutschland, die biologische Vielfalt der Wälder und die biologische Vielfalt in Städten und Ballungsräumen. In diesem Jahr stehen der Schutz und die Erhaltung des europäischen Grünen Bandes im Focus der Veranstaltung.
Die breite Öffentlichkeit konnte sich bei verschiedenen Veranstaltungen, die im Rahmen des Naturathlon stattfanden, über Themen rund um den Naturschutz informieren und manchmal auf Teilstrecken gemeinsam mit den Naturathleten kleine Etappen bewältigen.
Der Naturathlon erreicht nicht nur durch die Medienkooperationen mit Fernsehanstalten und Unterstützung von Prominenten eine breite Öffentlichkeit (z.B. sind im Jahr 2004 über 1000 Zeitungsartikel erschienen und 100 Hörfunkberichte und 37 Fernsehbeiträge registriert worden), sondern fördert auch das Verständnis zwischen den beteiligten Partnern - Kommunen, Großschutzgebieten, regionalen und überregionalen Sport- und Umweltverbänden und vielen anderen am Naturschutzgeschehen Beteiligten.




 

Foto Thorsten Wiehle