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26.08.2009

Naturathleten erleben Zeitgeschichte in Mödlareuth
BfN-Projekt „Erlebnis Grünes Band“ im Naturpark Frankenwald Saaleüberquerung mit dem Floß

Mödlareuth/Bonn/Wien, 26. August 2009:
Sichtlich betroffen war das internationale Naturathlon-Team in Mödlareuth an der thüringisch/bayerischen Grenze. Die Amerikaner nannten das 50-Seelen-Dorf „Little Berlin“. Es gilt als Symbol der Deutschen Teilung. „So deutlich kann man kaum erleben, wie der Eiserne Vorhang die Menschen von einander trennte“, sagte Daniel Mourek aus der tschechischen Republik. „Es wäre gut, wenn wir auch in Tschechien eine Gedenkstätte zur Teilung in Europa hätten“, so der Naturathlet. Seit Gründung der beiden deutschen Staaten 1949 gehörte der thüringische Teil des Ortes Mödlareuth zum Territorium der DDR, die andere Hälfte zur Bundesrepublik Deutschland. 1952 entstanden die ersten Grenzsperranlagen. 1966 erfolgte der Bau einer 700 m langen und 3,30 m hohen Betonmauer, die bis zur Grenzöffnung 1989 das Dorf teilte. Im Freigelände sind große Teile der Sperranlagen im Original erhalten.

Im weitestgehend störungsfreien Schatten der militärischen Sperranlagen entstand an der Grenze ein wertvoller Biotopverbund, der einen Lebensraum für zahlreiche gefährdete Tier- und Pflanzenarten bietet: Das „Grüne Band“ - das längste Biotopverbundsystem in Europa. In Deutschland macht der Naturpark Frankenwald gemeinsam mit den Nachbar-Naturparken Thüringer Wald und Thüringer Schiefergebirge/Obere Saale mit neuen Angeboten das Grüne Band als nationales Natur- und Geschichtserbe auch für Urlauber erlebbar. „Erlebnis Grünes Band“ ist der Titel für das Projekt, innerhalb dessen das Grüne Band geschützt, gepflegt und nachhaltig touristisch entwickelt wird. Das vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesumweltministeriums geförderte dreijährige Projekt wird gemeinsam mit regionalen Partnern durchgeführt und vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) wissenschaftlich begleitet. Im Rahmen dieses sogenannten "Entwicklungs- und Erprobungsvorhabens" entwickeln drei jeweils länderübergreifende Modellgebiete den Tourismus entlang des ehemaligen "Eisernen Vorhangs. Die zwei weiteren Modellgebiete – neben den thüringisch-fränkischen Naturparken – sind der Harz und die Region Elbe-Altmark-Wendland.

Den Frankenwald lernten die NaturathletInnen dann vom Wasser aus kennen. Von Mödlareuth aus fuhren sie ein kurzes Stück den ehemaligen Grenzweg hinunter bis zur Saale. Durch die Unterstützung von Frankenwald-Tourismus wartete dort eine schöne Floßfahrt auf die SportlerInnen. Zuerst mussten sie aber Hand anlegen und ihre Flöße selber bauen, um dann auf einem landschaftlich wunderschönen Teilstück der Saale flussabwärts zu fahren. Dass dabei nicht alle trockenen Fuße ihr Ziel erreichten, war zu erwarten und sorgte für viel Spaß im Team.
Am späten Nachmittag erreichten die NatursportlerInnen dann Lehesten, wo ein abschließender Besuch des Schiefermuseums auf dem Programm stand.


Der „NATURATHLON 2009 - Natur grenzenlos“ findet bis zum 30. August 2009 statt. 24 SportlerInnen aus den sechs Anrainerstaaten (Deutschland, Österreich, Slowakei, Slowenien, Tschechische Republik, Ungarn) des zentraleuropäischen Grünen Bandes folgen mit dem Fahrrad dessen Verlauf. Zwischen 19. und 30. August 2009 geht es über 1.600 km auf abwechslungsreicher Strecke durch die schönsten Naturregionen Europas entlang bis Point Alpha/Rhön und dann weiter bis zum Europäischen Parlament in Straßburg. Veranstaltet wird der NATURATHLON 2009 vom deutschen Bundesamt für Naturschutz (BfN) und dem österreichischen Umweltbundesamt.
Die NaturathletInnen werden täglich in unterschiedliche Teams aufgeteilt: während die GigantInnen per Fahrrad täglich bis zu 200 km zurücklegen, müssen die EntdeckerInnen tatkräftig bei Naturschutzaktionen anpacken und sich in unterschiedlichen Natursportarten wie Klettern, Laufen, Kanu fahren und viele andere mehr beweisen.

Das europäische Grüne Band
Das europäische Grüne Band (ehemaliger Eiserner Vorhang) bildet eine 12.500 km lange Biotopverbundachse mit vielen Querverzweigungen und großen unberührten Naturgebieten – aufgereiht wie in einer Perlenkette. Als Folge der störungsarmen Grenzlage ist am Grünen Band ein miteinander verbundenes System von Naturflächen entstanden, das in dieser Dimension vom Eismeer bis zum Mittelmeer/Schwarzen Meer bzw. in Deutschland von der Ostsee im Norden bis zum Fichtelgebirge/Vogtland im Süden, einzigartig ist.

Live den Naturathlon verfolgen
ZuschauerInnen können den Naturathlon unter www.naturathlon.eu hautnah über interaktives web-tv erleben. Innerhalb der Mediathek können auch alle Aktionen rückwirkend verfolgt werden.

Achtung die nächste Live-Übertragung ist am 28.8.09



Pressekontakt während des Naturathlons:
+491722027081,
+4916090614875,
+43 664/611 90 94



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